Select Page
Wie Chlorella und Koriander Quecksilbervergiftung schlimmer machen können

Wie Chlorella und Koriander Quecksilbervergiftung schlimmer machen können

Das klingt doch eigentlich wie eine gute Idee: Koriander und Chlorella sind natürliche Stoffe, frei von Chemie, das kann doch eigentlich nur gut sein, oder?

Warum das leider nicht so ist und warum Sie sich bei der Einnahme dieser beiden Mittel sehr schaden können, werde ich in diesem Artikel erklären.

Chlorella: Weshalb es bei Schwermetallvergiftung gefährlich ist. 

Überall liest man, dass Chlorella ein natürlicher Ausleitungsstoff ist, mit dem man sicher und effektiv Schwermetalle aus dem Körper entgiften kann.

Leider ist das nicht der Fall.

Chlorella kann keine Schwermetalle ausleiten. Im Gegenteil, es kann sogar Schwermetallvergiftungen, insbesondere Quecksilbervergiftungen, gefährlich verschlimmern.

Ein echter Ausleitungsstoff, der Schwermetalle effektiv binden und aus dem Körper ausscheiden kann, ist ein sogenannter Chelatbildner.

Ein echter Chelatbildner ist dadurch gekennzeichnet, dass er eine doppelte Thiol- oder SH-Gruppe (Schwefel und Wasserstoff) enthält.

Chelat stammt vom griechischen Wort Chele ab, welches Krebsschere bedeutet.

Die doppelte Thiol-Gruppe bildet also eine „Krebsschere“, mittels der, der Chelatbildner das Schwermetall packen, festhalten und sicher aus dem Körper ausscheiden kann.

Echte Chelatbildner, wie sie auch bei der Andrew Cutler Methode verwendet werden, sind zum Beispiel:

DMSA (Dimercaptobernsteinsäure ),

DMPS (Dimercaptopropansulfonsäure)

und vor allem

ALA (Alpha-Liponsäure)

Chlorella ist kein echter Chelatbildner, da sie nur einzelne Thiolgruppen hat, also keine „Chele“, keine „Krebsschere“ bilden kann.

Diese einzelnen Thiol-Gruppen sind zwar nicht in der Lage Quecksilber und andere Schwermetalle fest genug zu binden, um sie sicher auszuleiten, jedoch immer noch stark genug, um vor allem Quecksilber zu mobilisieren und somit zu einer Umverteilung dieses hochgiftigen Stoffes im Körper  zu führen. Bevorzugt wird Quecksilber dabei von anderen Körperregionen ins Gehirn umverlagert.

Dadurch kann es zu einer schwerwiegenden Verschlimmerung der Quecksilbervergiftung kommen.

Leider ist dieses Wissen unter Ärzten und Heilpraktikern nicht sehr verbreitet.

Durch die Einnahme von Chlorella kann es bei quecksilberbelasteten Menschen u.a. zu folgenden Symptomen kommen:

– Erbrechen

– Herzrasen

– Verlust der Fähigkeit zu laufen

– Gedächtnisverlust

– Legasthenie

– Gefühl der Benommenheit

– Gefühl „wie betrunken“ zu sein

– Druckgefühl im Kopf

– Sehschwierigkeiten

– Schwindel, Übelkeit, Zittern, Kribbeln, Zuckungen

– Tinnitus/Ohrensausen

– Stechende Kopfschmerzen

– Angstzustände/Panikattacken

– Brennende Nervenschmerzen

– Rage, Wut, Gereiztheit

– und viele weitere Symptome

Hier ein Ausschnitt aus dem Bericht eines Patienten im Selbsthilfeforum symptome.ch

„…..jetzt schlafe ich mit dem Chlorella (3 mal 20 am Tag) insgesamt noch schlechter und zwischen 2:00 und 4:00 nicht mehr (Leberphase). fühle mich noch vergifteter, habe mehr Kopfschmerzen, Augenprobleme, und der Darm / Durchfall kommt gar nicht mehr zur Ruhe.“

Weitere Erfahrungsberichte können auf der Seite cutlersuccessstories.weebly.com unter „What NOT to do“ nachgelesen werden.

Wie kommt es vor, dass sich Menschen nach Chlorella manchmal besser fühlen?

Manchmal kommt es vor, dass nach der Einnahme von Chlorella niedrigere Quecksilberwerte gemessen werden. Auch kann man oft lesen, dass sich Menschen nach der Einnahme von Chlorella besser fühlen. Wenn Chlorella jedoch Quecksilber nicht ausleiten kann, wie kann man sich diese Phänomene erklären?

1. Niedrige Quecksilberwerte im Blut-, Urin- oder Haartest bedeuten keineswegs, dass auch eine niedrige Quecksilberbelastung vorliegt. Oft weisen die am meisten quecksilbervergifteten Menschen die niedrigsten Quecksilberwerte in Labortests auf.

2. Da man bei einem Einzelfall keine Vergleichswerte hat, was passiert wäre, wenn die Person kein Chlorella oder Koriander eingenommen hätte, kann man unmöglich sagen, ob die Quecksilber-Werte nicht auch ohne die Chlorella-Einnahme runtergegangen wären. Quecksilber-Werte tendieren dazu auf Labortests zu sinken, je länger die Exposition mit Quecksilber zurückliegt. Das bedeutet keineswegs, dass man mit der Zeit signifikant weniger Quecksilber im Gewebe hat, sondern, dass das Quecksilber jetzt fest im Gewebe gebunden ist, anstatt frei im Blut oder im extrazellulären Raum vorhanden zu sein. Dadurch erscheinen die Werte in Labortests niedriger, ohne dass tatsächlich weniger Quecksilber im Körper vorhanden ist.

3. Niedrigere Werte in Labortests können auf eine verschlimmerte Quecksilber-Vergiftung hindeuten. Wie ist das möglich? Sind höhere Werte z. Bsp. im Blut messbar, die Person ist jedoch schon seit längerer Zeit keinem Quecksilber ausgesetzt gewesen, so kann das darauf hinweisen, dass diese Person zu dem genetischen Typ zählt, der mehr Quecksilber von alleine ausscheidet. Sinken diese Werte nach einer Chlorella-Behandlung, so kann das bedeuten, dass der Körper die eigene Ausscheidungsrate runtergeschraubt hat und sich jetzt mehr Quecksilber in den Organen befindet, als im Blut/Urin/Haaren. Klingt paradox, jedoch können gesunkene Quecksilberwerte auf einem Labortest tatsächlich auf eine Verschlimmerung der Schwermetallvergiftung hinweisen, nicht auf eine Verbesserung. 

4. Trotzdem berichten einige Personen, dass sie sich nach Chlorella viel besser fühlen. Wie ist das zu erklären? Es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass diese Berichte nicht der Wahrheit entsprechen. Eher, was wahrscheinlicher ist, dass diese Menschen zu der Gruppe von Menschen gehören, die von Thiolen in der Nahrung profitieren. Es wird geschätzt, dass ca. 30% der  quecksilbervergifteten Menschen an einer Thiolunverträglichkeit leiden, weitere 30% neutral auf Thiole reagieren, und 30% von Thiolen profitieren. Chlorella ist hoch an Thiolen. Somit würden Menschen, die von Thiolen profitieren, davon ein gesteigertes Wohlbefinden empfinden, ohne dass tatsächlich Quecksilber entgiftet wurde.

Oft ist es auch so, dass Menschen berichten, dass sich nach Chlorella Einnahme einige Symptome gebessert hätten, andere jedoch schlimmer geworden wären. Das unterstützt die These, dass Chlorella hauptsächlich Quecksilber umverteilt, und nicht dauerhaft entgiftet.

Auch kann es sein, dass Chlorella einiges Quecksilber, das leicht zugänglich war in weniger sensitive Bereiche verschoben wurde. Da Chlorella nur eine schwache Verbindung mit Quecksilber eingehen kann, kann es sein, dass es nur oberflächliche und leicht zugängliche Quecksilber-Reserven erfasst hat. Dies hat jedoch gereicht, um eine signifikante Verbesserung der Symptome zu erreichen. Hat die Person die Dosis an Chlorella nicht erhöht, so wurden auch keine tieferen Schichten gestört. Das kann also die Besserung bei Menschen erklären, die eine bestimmte Dosis erreicht und durchgehalten haben, bis die Nebeneffekte besser geworden sind. Diejenigen, die jedoch, wie z. Bsp. das Klinghardt Protokoll es vorschreibt, die Dosierung ständig erhöht haben, können durchaus gefährliche und tiefe Schichten erreicht haben, was wie in diesen beiden extremen Fällen dargestellt, zur Bettlägerigkeit geführt hat. 

Wenn Sie also wissen, dass Sie unter einer Quecksilberbelastung leiden (z.B. durch Amalgam, den Konservierungsstoff Thiomersal in Impfstoffen, zerbrochene Energiesparlampen bzw. Thermometer usw.) oder auch nur vermuten, dass eine solche Belastung vorliegen könnte, nehmen sie auf keinen Fall Chlorella zur „Ausleitung“, wer auch immer Ihnen dazu rät. Die Konsequenzen könnten verheerend sein. 

Wie sieht es mit Koriander aus?

Koriander ist natürlich, überall erhältlich (man kann sogar frische Säfte draus machen) und billig. Man braucht kein Rezept und es zieht toxische Metalle aus dem Körper? Klingt doch toll! Was könnte da schon schief gehen? So einiges, den Berichten zufolge.

Das gefährliche an Koriander ist, dass er ein echter Chelatbildner ist. Er kann also ein Chelat (eine Krebsschere) bilden und tatsächlich Schwermetalle, vor allem Quecksilber, binden. Ausserdem ist er sogar gehirngängig, d.h. er kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden.

Es ist trotzdem nicht möglich damit eine erfolgreiche Quecksilberausleitung durchzuführen.

Warum?

Was ist die Halbwertszeit eines Ausleitungsmittels und wieso ist sie so wichtig?

Man müsste dazu die Halbwertszeit von Koriander kennen, aber diese ist nicht ermittelbar.

Die Halbwertszeit ist die Zeit, nach der nur noch die Hälfte des Ausleitungsmittels im Blut nachweisbar ist. Wenn ein Chelatbildner also eine bekannte Halbwertszeit von drei Stunden hat, wie z.B. die Alpha Liponsäure, so ist nach dieser Zeit nur noch die Hälfte der eingenommenen Dosis im Blut vorhanden.

Die Halbwertszeit ist bei einer Quechsilberausleitung wichtig, um eine stabile Blutkonzentration über die Länge einer Ausleitungsrunde halten zu können.

Erst eine stabile Blutkonzentration über die Dauer einer ganzen Runde (72 St), ermöglicht eine sichere und effektive Schwermetallausleitung.

Warum ist eine stabile Blutkonzentration des Ausleitungsmittels wichtig?

Alle Stoffe, die wir zu uns nehmen (Nahrungsmittel,Vitamine, Mineralstoffe oder auch Arzneimittel) werden von unserem Körper abgebaut. Das heißt sie unterliegen dem Metabolismus unseres Körpers. Genau das findet auch mit Chelatbildnern während einer Quecksilberausleitung statt.

Die Blutkonzentration des Chelatbildners steigt und fällt, je nach dem wie oft wir den Stoff einnehmen.

Dieses Auf und Ab der Konzentration des Chelatbildners beeinflusst, wie viel Quecksilber mobilisiert wird.

Wurde mehr Quecksilber mobilisiert, das heißt aus dem Gewebe herausgezogen, als Chelatbildner da ist um es aufzufangen, kommt es zu einer gefährlichen Umverteilung von Quecksilber im Körper, bevorzugt in Richtung Gehirn.

Wenn also während einer Ausleitungsrunde keine stabile Blutkonzentration des Chelatbildners aufrecht erhalten wird, kann es dazu kommen, dass Sie nach der Ausleitung mehr Quecksilber in solch sensitive Bereiche verschoben haben wie dem Zentralen Nervensystem, der Leber, oder den Nebennieren und dass Sie kränker sind als vor der Ausleitung.

Wieso man bei einer Schwermetallausleitung vorsichtig vorgehen muss

Quecksilber ist eines der gefährlichsten Nervengifte, und während der Entgiftung wird dieser hochgiftige Stoff in Bewegung gebracht.

Wird das nicht richtig ausgeführt, so kann es zu schwersten Schäden kommen.

Eine Quecksillberausleitung muss auf eine sichere, strikte und kontrollierte Art erfolgen, welche die biochemischen Vorgänge in unserem Körper berücksichtigt.

Das ist mit Koriander nicht möglich. Wegen des fehlenden Wissens um seine Halbwertszeit, ist es nicht möglich eine stabile Blutkonzentration aufrecht zu erhalten.

Wenn sie Quecksilber vergiftet sind, oder es vermuten, kann die Einnahme von Koriander großen Schaden anrichten.

Oft berichtete Nebeneffekte von Koriander bei Quecksilbervergiftung sind z.B.

– Kopfschmerzen, Schwindelgefühle

– Übelkeit, Schwäche, Müdigkeit

– Kribbeln, Jucken

– Angststörungen, Panikattacken, Depression

– Depersonalisation, Derealisation

– Gedächtnisstörungen

– Nervenschmerzen, neurologische Störungen

– Herzrasen

– Probleme mit der Sehkraft

– Tinitus

und vieles mehr.

Hier die Schilderung eines Mannes über die Auswirkungen der Einnahme von Koriander.

„Verwenden Sie auf gar keinen Fall Koriander. Ich sage das als jemand, der es für ein paar Tage eingenommen hat und dadurch eine leichte Psychose und extreme neurologische Symptome bekommen hat, was mich fast bis zum Selbstmord gebracht hätte…… Ganz zu schweigen von der Tonne Quecksilber, die ich wahrscheinlich in mein ZNS und Gehirn gedrückt habe…..

Ich war vorher nicht so krank, ich hatte nur ein paar Gedächtnisprobleme und Schwierigkeiten richtig zu denken und jetzt könnte ich Ihnen eine Liste mit 50 Symptomen geben………Tun Sie es nicht!“

Dieser und viele weitere Berichte können auf http://cutlersuccessstories.weebly.com/what-not-to-do.html nachgelesen werden.

Das Problematische ist, dass es nach der Einnahme von Koriander erst zu einer Verbesserung und dann nach Wochen oder Monaten zu einer Verschlechterung oder dem Auftreten von neuen Symptomen kommen kann.

Wenn sie den Verdacht haben, dass Sie sich durch die Einnahme von Chlorella oder Koriander geschädigt haben, kontaktieren Sie mich bitte.

Man kann in den meisten Fällen, die Schäden durch die Gabe der richtigen Chelatbildner im Rhythmus ihrer Halbwertszeit, nach dem Andrew Cutler Protokoll rückgängig machen.

Paola Dziwetzki

Gesundheitsberatung

Termin buchen

Mehr Informationen

Paola Dziwetzki

Gesundheitsberatung

Termin buchen

Mehr Informationen

Wichtiger Hinweis:

Bei der hier beschriebenen Diagnose/Therapiemethode, handelt es sich um ein Verfahren der naturheilkundlichen Erfahrungsmedizin, dass nicht zu den allgemein anerkannten Diagnosemethoden im Sinne der Anerkennung der Schulmedizin gehört. Alle Aussagen über Eigenschaften und Wirkungen sowie Indikationen der vorgestellten Diagnoseverfahren beruhen auf Erkenntnissen und Erfahrungswerten meiner Praxis die von der herrschenden Schulmedizin nicht geteilt werden und für die naturwissenschaftlich reproduzierbare Kausalzusammenhänge nicht bestehen.

 

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arzt- oder Heilpraktikerbesuch nicht ersetzen.

 

Dieser Artikel enthält KEINE Partnerlinks. D.h. ich profitieren nicht von den vorgeschlagenen Produkten. Das kann sich allerdings in naher Zukunft noch ändern.

 

Bettlägerig nach Chlorella? Zwei Fallbeispiele

Bettlägerig nach Chlorella? Zwei Fallbeispiele

In diesem Artikel stelle ich zwei Fälle vor, bei denen es nach der Einnahme von Chlorella gemäß der Dr. Klinghardt Methode zu Bettlägerigkeit gekommen ist.

Diese Fälle werden in dem Dokument “Chlorophyll und Häm: Toxische Wechselwirkungen bei subklinischer Porphyrie und Schwermetallvergiftung” von Gerald Würkner beschrieben.

Fall Nr. 1:

“Patient 1 (P1), 35 Jahre, männlich: Der Patient, der an Hormonstörungen leidet, ansonsten aber einen weitgehend gesunden Eindruck hinterlässt, entschließt sich ohne klare Indikation im Alter von ca. 25 Jahren zu einer Hochdosis-Therapie mit Chlorella. Nach einiger Zeit stellen sich bei P1 schwer zu klassifizierende Symptome ein, die vor allem durch einen extremen körperlichen und geistigen Leistungseinbruch charakterisiert sind.

Trotz der Verschlechterung wird die Therapie mit Chlorella fortgesetzt. Schließlich tritt ein Ikterus auf. Als daraufhin die Dosis der Chlorella reduziert und dann ganz abgesetzt wird, erfolgt zwar eine Remission des Ikterus, aber keine Besserung des Allgemeinzustandes, sodass weitgehend Bettlägerigkeit vorliegt.

Zusätzlich treten massive Unverträglichkeitsreaktionen, ins- besondere bei einer Vielzahl von Nahrungsmitteln, als auch schwere Obstipation und psychische Symptome (u.a. Angst- zustände, Panikattacken) auf. Weitere Symptome: Tinnitus, Gewichtszunahme, Herzklopfen, Schweißausbrüche, Schlaf- störungen, Probleme mit dem Blasenschließmuskel nach dem Urinieren, trockene Haut, schrumpelig eingefallene Fingerkuppen.

Insgesamt muss der Zustand als schwerwiegend (konstant bettlägerig), mitunter auch kritisch, eingestuft werden. Klinisch lässt sich nichts wirklich Auffälliges beobachten, außer dass der Dopaminspiegel zeitweise unterhalb der Nachweisgrenze liegt. Bereits Jahre nach dem Absetzen der Chlorella wurde in einer Krise eine Harnprobe nach einiger Zeit an der Luft dunkelbraun.”

Fall Nr. 2:

“Patient 2 (P2), 50 Jahre, männlich: Als Jugendlicher wiederholt innerhalb mehrere Jahre starke krampfartige Schmerzen im Oberbauch, vorwiegend auf kurzfristige Nahrungskarenz (verspätete Mahlzeit bzw. Ausfall einer Mahlzeit). Als junger Erwachsener Mitte 20 einige Male bierbrauner Harn ohne weitere Auffälligkeiten sowie Parästhesien in den Beinen.

Mit 32 Jahren Entwicklung eines unspezifischen Beschwerdesyndroms ohne klare Diagnose. Es ist durch einen körperlichen und geistigen Leistungseinbruch gekennzeichnet, der zu mehrmonatiger Bettlägerigkeit führt, als auch durch Unverträglichkeitsreaktionen auf Nahrungsmittel. Symptome des Syndroms: Komplex aus Seh-, Konzentrations-, Sprach-, Wahrnehmungs- und Bewusstseinsstörungen, die in erster Linie als Überlastung der jeweiligen Bereiche selbst bei geringen Reizen charakterisiert sind, nervöse Unruhe, allgemeine muskuläre Schwäche mit Neigung zu Muskelverhärtung bzw. Verkrampfung, umfassende Parästhesie (alle Extremitäten und die gesamte Stützmuskulatur) direkt auf Belastung, aber auch bei Ruhe, Tremor nach Belastung, Koordinationsstörungen mit Ansätzen von Lähmungen, Schmerzen/Druck im Bereich der Leber (rechter Rippenbogen), Probleme mit dem Blasenschließmuskel nach dem Urinieren, Einknicken beim Gehen, Tinnitus, Herzklopfen, Übelkeit und Magenschmerzen, zuerst Diarrhö dann Obstipation, Entzündungen im Mundraum, starker Speichelfluss, saurer Geschmack im Mund, Schweißausbrüche, entzündete Papeln auf der Haut, trockene Haut, schrumpelig eingefallene Fingerkuppen, regelmäßig zusätzlich Migräneschübe. Therapeutisch wird aus- schließlich Glukoseinfusion vertragen.

Nach langsamer Besserung verschlechtert sich der Zustand einige Jahre später, im Alter von 38 Jahren, mit der bereits bekannten Symptomatik erneut, wobei durch eine hochdosier- ten Chlorella-Einnahme zur Schwermetallentgiftung ein erster, sich mit der Einnahme der Chlorella kontinuierlich steigern- der Krankheitsschub ausgelöst wird und nach einer darauf- folgenden Amalgam-Entfernung ein zweiter derart schwerer Krankheitsschub einsetzt, dass zeitweise Lebensgefahr durch Atemlähmung besteht. Es treten neben dem genannten Syndrom erneut kurzzeitige Lähmungen der Extremitäten als auch zusätz- lich Zonen mit Hypästhesie im Bereich der Beine auf und eine Kohlehydratverwertungsstörung.

Ab diesem Zeitpunkt sind selbst kleinste Mengen Chlorella von erheblich krankheitsverschlimmernder Wirkung. Der Zustand scheint insgesamt nicht reversibel und kleinste Belastungen (Überlastungen des aktuellen Zustandes) führen sofort zu einer erneuten langfristigen Verstärkung des gesamten Syndroms. Auch in diesem Fall liefern keine allgemein anerkannten klinischen Parameter einen Hinweis auf die Erkrankung. “

 

In beiden Fällen hat die Einnahme von Chlorella zur Bettlägerigkeit geführt, die nicht reversibel zu sein scheint.

Der Autor des Dokuments, Herr Gerald Würkner, argumentiert, dass in beiden Fällen die dramatischen Nebenwirkungen darauf zurückzuführen sind, dass der Chlorophyll-Gehalt des Chlorellas eine bis dato nicht diagnostizierte Porphyrie erstmalig zum Vorschein gebracht hat.

Was ist eine Porphyrie?

Porphyrine sind Baustoffe, die bei der Synthese von Häm wichtig sind. Werden diese Baustoffe nicht richtig verwertet, so können erhöhte Porphyrinwerte im Blut und Urin nachgewiesen werden. Eine Porphyrie ist also eine Stoffwechselstörung, die eine Reihe von Symptomen hervorrufen kann: von physischen bis zu psychischen Störungen.

Eine Porphyrie kann durch erhöhte Porphyrinwerte im Urin diagnostiziert werden. Da der Test jedoch extrem sensitiv ist, kommt es oft zu falsch negativen Diagnosen. Werden die Urinproben falsch gehandhabt, so kann es zu einem falschen Resultat kommen, obwohl der Patient tatsächlich an einer Porphyrie leidet.

Liegt eine Porphyrie vor, so kann man das auch anhand des Farbumschlags des Urins feststellen: wird der Urin, nachdem er einige Zeit lang an der Luft stand, braun, so kann das auch auf eine Porphyrie hindeuten.

Bei beiden Patienten wurde zu bestimmten Zeitpunkten festgestellt, dass der Urin mit der Zeit braun wurde. Beide Patienten zeigten jedoch negative Porphyrin-Urintests.

Was ist Chlorophyll?

Chlorophyll ist ein Farbstoff, der Pflanzen ihre grüne Farbe verleiht.

Was ist Chlorella?

Chlorella ist eine Alge. Sie wird in grünen “Presslingen” verkauft und oft bei Schwermetallvergiftungen angewendet.

Wieso Chlorophyll keine Bettlägerigkeit bei Porphyrie auslösen kann 

Der Autor des Dokuments, Herr Gerald Würkner, stellt die These auf, dass in Menschen, die an einer subklinischen Porphyrie leiden, ein Schub von akuter Porphyrie durch hohe Gaben von  Chlorophyll (in dem Fall in Form von Chorella) ausgelöst werden kann.  

In diesem Artikel widerlege ich Herr Gerald Würkners These, dass die Bettlägerigkeit bei den beiden Männern durch das Chlorophyll hervorgerufen wurde.

Stattdessen gebe ich 8 Gründe an, wieso meiner Meinung nach die Bettlägerigkeit nichts mit dem Chlorophyllgehalt von Chlorella zu tun hatte, sondern mit der Fähigkeit von Chlorella Quecksilber zu mobilisieren und zu verlagern.

Grund Nr. 1

Herr Würkner stellt die Effektivität und die Sicherheit von Chlorella bei der Schwermetallvergiftung niemals in Frage.

Von den 54 Quellenangaben am Ende des Dokuments beschäftigt sich kein einziges davon mit Chlorella und dessen angeblicher Fähigkeit, Schwermetalle zu entgiften.

Herr Würkner beschäftigt sich also in keiner Weise damit, ob Chlorella tatsächlich Quecksilber und andere toxische Metalle entgiften kann. Er nimmt es als Gegeben hin, ohne darauf einzugehen, wieso. Herr Würkner zitiert keine einzige Studie und keine dokumentierten klinischen Beobachtungen, die bei Chlorella eine entsprechende Fähigkeit belegen können. 

Wir wissen, dass auch die sichersten Arzneimittel und Therapien Nebenwirkungen haben können. So wären diese mit Sicherheit bei einem Mittel zu erwarten, der die Fähigkeit besitzt, Schwermetalle zu mobilisieren. Das alleine könnte die Nebenwirkungen bei einer Hochdosis-Chlorella-Therapie erklären. Herr Würkner ignoriert diese Tatsache völlig. 

Grund Nr. 2:

Es gibt eine Verbindung zwischen Quecksilbervergiftung und Porphyrie.

So beschäftigen sich mindestens 17 von den 54 Studien und Artikeln, die Herr Würkner zitiert mit dem Zusammenhang zwischen Quecksilber- oder Bleivergiftung und Porphyrie.

Auch ist Dr. Andrew Hall Cutler in seinem Buch “Amalgam Illness” auf diese Tatsache eingegangen. So wissen wir spätestens seit dem Erscheinen seines Buches in 1999, dass eine Diagnose von Koproporphyrinen (eine bestimmte Art von Porphyrinen) im Urin eine positive Diagnose von Quecksilbervergiftung darstellt.

Wir wissen also, dass in den meisten Fällen Porphyrie = Quecksilbervergiftung.

Bei Fall 2 kann man eine Quecksilbervergiftung mit großer Wahrscheinlichkeit bestätigen, da einer der Krankheitsschübe direkt nach einer Amalgamentfernung (größere Exposition zu Quecksilberdampf) stattfand.

Bei Fall 1 wurde eine Quecksilbervergiftung nicht überzeugend ausgeschlossen. Es wird in keiner Weise beschrieben, wie man zu dem Schluß gekommen ist, dass dort keine Schwermetallvergiftung vorliegt, da ja Hormonstörungen durchaus von einer Quecksilbervergiftung verursacht sein können.

Aufgrund des engen und vielfach zitierten Zusammenhangs zwischen Quecksilbervergiftung und Porphyrie würde man erwarten, dass Herr Würkner sich mit den typischen Symptomen von Quecksilbervergiftung auseinandersetzen würde. Das findet jedoch seltsamerweise nicht statt.

Wenn wir also wissen, dass eine Quecksilbervergiftung vorliegt und dass die Person mit einem Mittel behandelt wurde, welches in der Lage ist, Quecksilber zu mobilisieren (was Chlorella ja wegen seiner einfachen Thiolverbindungen tun kann) und wenn es dann während dieser Therapie zu Nebenwirkungen kommt, so wäre die naheliegendste Erklärung die, dass diese Nebenwirkungen eben aufgrund der Mobilisation von Quecksilber entstanden sind. Jedoch versäumt es Herr Würkner diese simple Logik aufzugreifen.

Grund Nr. 3

Chlorella besteht aus vielen verschiedenen Inhaltsstoffen: Proteinen, Chlorophyll, Schwefelverbindungen, Vitaminen, Mineralstoffen, und manchmal ist es auch mit Schwermetallen kontaminiert. Das sind also eine Reihe von Faktoren, die bei der Entwicklung der Nebenwirkungen eine Rolle gespielt haben können. Wie war Herr Würkner in der Lage, daraus sofort das Chlorophyll als den Übeltäter isolieren und identifizieren zu können? Das wird an keiner Stelle erklärt.

Grund Nr. 4

Chlorophyll ist ein frei verkäufliches, billiges Nahrungsergänzungsmittel, das überall in seiner reinen Form erhältlich ist.

Wenn es tatsächlich stimmt, dass bis zu 5% der Bevölkerung an einer Porphyrie leiden, so müsste man viel öfter Berichte von Gegenreaktionen hören. Diese gibt es jedoch nicht.

Diese Tatsache alleine widerlegt Herr Würkners These.

Grund Nr. 5

Chlorophyll ist in fast jeder Pflanze und so auch in grünem Gemüse enthalten. Wenn also Chlorophyll tatsächlich zum Ausbruch einer Porphyrie führen kann, so müsste man auch hier viel öfter entsprechende negative Berichte hören. Aber auch hier sucht man danach vergebens.

Grund Nr. 6

Herr Würkner ignoriert das Prinzip von Ockhams Rasiermesser. Dieses kommt zur Anwendung, wenn wissenschaftliche Thesen aufgestellt werden. Es besagt, dass nur die einfachste Erklärung auch die wissenschaftlich korrekte sein muss.

Die einfachste Erklärung hier ist die, dass quecksilbervergifteten Menschen ein Mittel verabreicht wurde, von dem wir wissen, dass es eins der gefährlichsten Nervengifte mobilisieren kann, das es gibt. Das Aufkommen der anschließenden dramatischen Symptome kann nur mit der Präsenz von Quecksilber erklärt werden. Die Symptome von Quecksilbervergiftung sind vielfach dokumentiert und liegen bei beiden Patienten vor, während oder nach der Behandlung vorzufinden.

Das Heranziehen eines neuen Sachverhaltes (Chlorophyll verursacht Schub von Porphyrie) für den der Autor keinen einzigen Beleg vorlegen kann, ist konträr zu Ockhams Rasiermesser und muss somit verworfen werden.

Grund Nr. 7

Es gibt im Internet eine Vielzahl von Artikeln und Videos, die die Sicherheit und Effektivität von Chlorella propagieren, Schwermetalle zu entgiften. Wenn man sich jedoch die Kommentare unter diesen Videos und Artikeln durchliest, so findet man Berichte, die von oft dramatischen Nebenreaktionen sprechen.

Das zeigt also, dass das Aufkommen von Nebenwirkungen nach der Gabe von Chlorella nicht selten ist. Ganz im Gegenteil, es scheint recht häufig zu sein.

Auch fängt Herr Würkner selbst seinen Artikel mit folgendem Satz an “ Bei der Therapie vermuteter chronischer Schwermetallvergiftungen, beispielsweise durch Amalgam, mittels Chlorella spp. nach dem Therapieansatz von Dr. Klinghardt, wurde wiederholt beobachtet, dass hohe orale Gaben von Chlorophyll (Der Autor meint Chlorella. Er zeigt keinen einzigen Fall, wo die reine Gabe von Chlorophyll ähnlich dramatische Wirkungen gezeigt hätte.), wie sie in diesen populären Algenprodukten vorkommen, unter bestimmten Rahmenbedingungen toxisch sind, wobei die Symptomatik Parallelen zu Defekten im Häm-Metabolismus nahelegt. “

Es “wurde wiederholt beobachtet” – der Autor gibt also selber zu, dass Nebenwirkungen bei Chlorella nicht selten sind. Die unkritische Annahme, dass Chlorella also sicher und effektiv bei Schwermetallvergiftung ist, ist nicht haltbar.

Grund Nr. 8

Alle aufgelisteten Symptome, die bei den Patienten vor und nach der Chlorella-Gabe beobachtet wurden, sind typisch für Quecksilbervergiftung.

Jedoch scheint sich der Autor damit seltsamerweise nicht näher beschäftigt zu haben, obwohl mindestens 17 von den von ihm zitierten Studien und Dokumenten sich mit Quecksilber oder Bleivergiftung und Porphyrie befassen. Hätte er das getan, so hätten ihm die Übereinstimmungen mit Quecksilbervergiftung auffallen müssen, die ja auch eine Porphyrie hervorrufen kann.

 

Fazit

Das Dokument “Chlorophyll und Häm: Toxische Wechselwirkungen bei subklinischer Porphyrie und Schwermetallvergiftungen” von Gerald Würkner ist ein nicht gut recherchiertes, unwissenschaftlich konzipiertes Dokument, welches leider nur zu der Verwirrung über Schwermetallvergiftung beiträgt, anstatt Licht ins Dunkel zu scheinen.

Es zeigt auch die folgenden Sachverhalte:

– Die hochgradige Gefährlichkeit von Chlorella, und hier speziell der Klinghardt-Methode. Unter einem meiner Videos zum Thema “Wie Chlorella eine Schwermetallvergiftung verschlimmern kann” kam es wiederholt zu Kommentaren, dass, wenn man die ersten Nebenwirkungen nach der Einnahme von Chlorella verspürt, dass man dann die Dosis erhöhen soll, so wie es das Klinghardt-Protokoll vorschreibt. Dieses Dokument von Gerald Würkner zeigt, wie gefährlich diese Vorgehensweise ist. Stellen sich Symptome ein, die auf eine Mobilisierung von Quecksilber schließen lassen, so sollte man unter gar keinen Umständen, versuchen durchzupowern. Die Konsequenzen können vernichtend sein, wie man in diesem beiden Fällen gesehen hat.

– Die fast völlige Misinformation zwischen Heilpraktikern, Ärzten und der generellen Bevölkerung, was Schwermetallvergiftung angeht. Die Informationen darüber, wie man Quecksilbervergiftung richtig diagnostiziert und behandelt sind oft nicht vorhanden, basieren auf gefährlichem Halbwissen oder sind widersprüchlich.

Wie bereits angesprochen: während einer Quecksilberausleitung wird eines der gefährlichsten Nervengifte mobilisiert, das es überhaupt gibt. Dieses Nervengift steckt in Ihrem Zentralen Nervensystem und verursacht eine ganze Reihe von psychischen und physischen Symptomen. Ein Programm, welches dazu dient, es dort rauszuholen, muss EXTREM vorsichtig konzipiert sein. Dinge müssen stabil gehalten werden. Man muss hier wie bei einem wissenschaftlichen Experiment vorgehen: strikt, indem man einige Faktoren konstant hält und mit entsprechender Fokussierung und Rigorosität. Das kann und sollte man nicht mal nebenbei machen, indem man ab und zu mal ein paar Algenpräparate oder andere Chelatbildner einnimmt. 

Wie man Quecksilber und andere Schwermetalle richtig entgiftet, erfahren Sie auf dieser Seite oder in diesem Video

 

Paola Dziwetzki

Gesundheitsberatung

Termin buchen

Mehr Informationen

Paola Dziwetzki

Gesundheitsberatung

Termin buchen

Mehr Informationen

Wichtiger Hinweis:

Bei der hier beschriebenen Diagnose/Therapiemethode, handelt es sich um ein Verfahren der naturheilkundlichen Erfahrungsmedizin, dass nicht zu den allgemein anerkannten Diagnosemethoden im Sinne der Anerkennung der Schulmedizin gehört. Alle Aussagen über Eigenschaften und Wirkungen sowie Indikationen der vorgestellten Diagnoseverfahren beruhen auf Erkenntnissen und Erfahrungswerten meiner Praxis die von der herrschenden Schulmedizin nicht geteilt werden und für die naturwissenschaftlich reproduzierbare Kausalzusammenhänge nicht bestehen.

 

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arzt- oder Heilpraktikerbesuch nicht ersetzen.

 

Dieser Artikel enthält KEINE Partnerlinks. D.h. ich profitieren nicht von den vorgeschlagenen Produkten. Das kann sich allerdings in naher Zukunft noch ändern.

 

Pin It on Pinterest